Zurück auf der Marathonstrecke

Ein Rückblick auf den Vienna City Marathon 2017, für mich der 11. VCM in Folge. Der Weg dahin war steinig. Die Hauptsache ist, nach einem verletzungsgeprägtem Jahr gesund im Ziel angekommen zu sein.

Rückblick – Bei meinem Jubiläumsmarathon vor einem Jahr habe ich mich verletzt. Die Plantarfasziitis hat tatsächlich zu einer mehrmonatigen läuferischen Zwangspause geführt, auch wenn ich das anfangs nicht wahrhaben wollte. Laufeinsteig war dann erst wieder im September, vorerst einmal ganz vorsichtig, ab Dezember auch lange Läufe (und weiterhin viel Grundlage am Ergometer) und ab Februar immer intensivere und spezifischere Laufeinheiten.

Unmittelbar vor dem Marathon Gut zwei Wochen vor dem Rennen gab es einen Crescendolauf: jeweils 7 Kilometer in 6:50, dann 6:20, gefolgt von 5:50 und schlussendlich 5:20. Und weil es trotz Regen so schön war habe ich aufgerundet auf 32 Kilometer. Danach hat sich das Tapering richtig gut und verdient angefühlt. In der letzten Woche vor dem Rennen: genug geschlafen (kommt eh selten genug vor), gut gegessen aber nie zu viel, Carbo-Loading ergänzt mit 6%-iger Maltodextrinlösung von Donnerstag bis Samstag, und insgesamt angespannt aber nicht zu nervös.

Am Start – In der Früh war es echt kalt und ein bisschen windig. Eingewickelt in einen Müllsack war ich früh in meinem Startblock. Die gut überlegte und strategisch gewählte Position war perfekt, denn heuer hatte ich seit Jahren wieder einmal keinen Stau in der Prater Hauptallee. Rundherum liefen von der Reichsbrücke weg alle in etwa mein Tempo, kein Stress mit überholen und zick-zack-laufen.

Die erste Hälfte – Es hatte also gut begonnen. Eigentlich hatte ich (zu) schnell begonnen, denn bei Kilometer 5 war ich ca. eine Minute unter meiner Traumzeit. Plan A ist ja immer eine persönliche Bestzeit. Plan A+ wäre die Vision einer Traumzeit, Plan B ist irgendwie ins Ziel kommen, und Plan C ist die Abzweigung zum Halbmarathonziel – aber das ist eigentlich kein Plan sondern eine Notlösung. Aber zurück auf die Strecke: Ich fühlte mich gut und beschloss, ein wenig zu dosieren, das heißt das Wunschtempo von 5:20/km zu halten. Irgendetwas liegt aber schon seit letztem Jahr bei Kilometer 15 in der Luft oder auf der Strecke, denn die Schleife vom letzten Stück der Wienzeile vorbei am Technischen Museum und rein in die Mariahilfer Straße war wieder richtig zach! Letztes Jahr haben hier die Schmerzen im Fuß begonnen, dieses Mal war es wie gesagt zach – und die Hoffnung auf ein bisschen Erholung die MaHü runter erfüllt sich auch selten. Ich glaube ja, dass zwischen Kilometer 15 und 17 irgendwo der Mann mit dem Hammer versteckt ist und schon ein bisschen übt. Trotzdem war der erste Halbmarathon noch voll im Plan, die Minute Puffer aber fast aufgebraucht. Da ich meine Maltodextrinflasche noch immer in der Hand trug, brauchte ich nur wenig Zeit für etwas zusätzliche Verpflegung von den Labestationen.

Die zweite Hälfte – Irgendwann zwischen Kilometer 21 und 23 fühlten sich die Oberschenkel nicht mehr so gut an. Das habe ich so noch nicht erlebt, wenn sich die Muskeln hart statt halbwegs geschmeidig anfühlen und anfangen, ein bisschen zu schmerzen – nicht arg aber unangenehm. Bei den Labestationen auf der zweiten Hälfte brauchte ich nun länger – nur ja genug trinken, lieber ein paar Schritte gehen und sich etwas erholen als sich verschlucken und erst recht Stress kriegen. Langsam war klar, dass die Traumzeit nicht erreichbar war, die Hoffnung auf eine persönliche Bestzeit war noch nicht ganz dahin. Zum Schluss haben genau 30 Sekunden gefehlt – schade. Aber der Fuß hat gehalten, ist 42 Kilometer gelaufen und war auch die Tage danach nicht wirklich beleidigt. Ab Kilometer 35 musste ich mich sehr konzentrierten, um aufkeimende Krämpfe in den Zehen und in ein paar Muskeln rund ums Knie rechtzeitig wegzudenken.

Fazit – Was nehme ich nun mit aus den Erfahrungen meines 11. Marathons?

  • Man kann Grundlagenausdauer auch am Rad bzw. Ergometer trainieren – großes Danke an Mike, der auch für eine marode Hobbyathletin einen passenden Trainingsplan schmiedet! Meine laufspezifische Muskulatur in den Beinen braucht aber doch ausreichend Lauftraining.
  • Mit mehr Kniebeugen bzw. Krafttraining ganz allgemein wären die muskulären Defizite wohl geringer gewesen. Ich sollte wieder eine Strategie finden, wie ich das in meinen Tagesablauf integriere (so wie vor 2-3 Jahren, aber das ist eine andere Geschichte…).
  • Ein Tempo zwischen 5:00/km und 5:20/km ist auf einem Halbmarathon machbar – warum sollte es nicht auf der zweiten Hälfte eines Marathons auch möglich sein? Vielleicht sollte ich in Zukunft öfter an einen langen Lauf eine Endbeschleunigung anhängen, auch wenn das nicht am Plan steht (sorry, Mike 😉 ).
  • Die Labestationen auf der zweiten Hälfte haben Zeit gekostet. Vielleicht sollte ich es beim nächsten Mal doch mit Eigenverpflegung probieren – Flasche schnappen und im Laufen trinken.

Nachtrag – Die Firmenwertung habe ich gewonnen. Und mit dem Preisgeld gehe ich Laufschuhe kaufen 🙂

Spezialauftrag (das Making-of)

Die Tochter braucht eine Erbsensuppe für ein Fotoshooting (hat aber eigentlich gar keine Zeit, alles zu besorgen und zu kochen). Also gibt es heute Erbsensuppe zum Abendessen. Vielleicht kann man mit dem Grün den Frühling herbeikochen 😉

Zum Nachkochen:

  • Zwiebel anschwitzen
  • Mit Weißwein ablöschen
  • Tiefkühlerbsen und Petersilie dazu geben
  • Mit Wasser aufgießen
  • Zum Würzen Zitrone, Salz, Pfeffer und Muskat
  • Alles 5-10 Minuten köcheln lassen
  • Ein Stück kalte Butter dazugeben und pürieren.

Erbsensuppe2

Verfeinern könnte man das ganze mit gebratenen Garnelen als Einlage, oder mit einem gebratenen Fischfilet … aber das hätte den Rahmen an einem Dienstag Abend – trainingstechnisch Ruhetag – dann doch ein bisschen gesprengt.

Damit beim Fotoshooting noch geschummelt werden kann, gibt es auch eine Erbsen-Spinat-Suppe. Damit können sie dann noch Grüntöne abmischen 🙂

Ende der Funkstille – es läuft wieder

Ein halbes Jahr ohne Laufen, das geht – aber wenn es wieder läuft, ist es doch um vieles besser! Heute wurde in Wien die Laufsaison eröffnet, und ich war als Pacemakerin dabei.

Rekapitulieren wir kurz:

  • Verletzung beim Vienna City Marathon 2016 – mein 10. Marathon sollte zum Jubiläum unbedingt eine persönliche Bestzeit bringen. Daraus wurde „nur“ die zweitbeste Marathonzeit und einen Plantarfasziitis.
  • Sechs Monate ohne Laufen – viel Radfahren und Schwimmen, denn der zweite Saisonhöhepunkt 2016 war ein Triathlon über die Halbdistanz. Der musste aber, so wie einige Testwettkämpfe davor, nach dem zweiten Wechsel abgebrochen werden.
  • Vorsichtiger Wiedereinstieg ins Laufen im September/Oktober – die Gedanken immer beim Fuß. Erste Wettkämpfe – der Fuß spielte mit.
  • Triathlontrainingslager im Februar – das Vertrauen in den Fuß steigt. Viel Dehnen und Massieren ist immer noch notwendig, aber inzwischen ist klar, was gut tut.
  • Der Trainingsplan ist wieder auf den Vienna City Marathon am 23.4.2017 ausgerichtet – aber im Gegensatz zum Vorjahr ist das Motto über der heurigen Saison „GELASSENHEIT“.
    Oder um es auf Kärntnerisch auszudrücken: Loss lei lafn! Bzw. Wonn’s laft, donn laft’s.
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Luftballon flieg … (…mir nicht davon)!

Heute also Laufen Hilft – eine wunderbare, sehr gut organisierte Veranstaltung, mit der in Wien schon seit 10 Jahren irgendwie die Laufsaison eröffnet wird.

Offiziell habe ich noch nie Tempomacher gespielt, daher war durchaus Nervosität da. Vor allem die große Unbekannte: wie läuft es sich mit einem riesengroßen, heliumgefüllten Luftballon?

Und wie wird der am besten befestigt? Dazu konnte man in unserem Pacemakerteam heute interessante Beobachtungen machen:

  • Mann 1: Schnur am Startnummernband festgebunden – fertig – los.
  • Mann 2: Schnur innerhalb des T-Shirts am Rücken geführt – am Startnummernband festgebunden (und evtl. mit einer Sicherheitsnadel am Halsbündchen geführt) – fertig – los.
  • Mann 3 (seines Zeichens Physiotherapeut – hat also Tapes als Grundausstattung in jeder Lebenslage dabei): Schnur innerhalb des T-Shirts am Rücken geführt – am Startnummernband festgebunden – am Rücken mit Kinesiotape festgeklebt – fertig – los.
  • Frauen: Schnur innerhalb des T-Shirts am Rücken geführt – durch den BH gezogen und dort festgemacht – am Startnummernband festgebunden – mit ein bis zwei Sicherheitsnadeln am Rücken und Halsbündchen geführt – fertig – los. Sicher ist sicher, und die Kräfte verteilen sich so einfach besser 😉

Und das Pacen an sich: den Halbmarathon zu schnell begonnen, um ja nicht am Anfang Zeit zu verlieren. Dann ein gleichmäßiges, immer noch eher zügiges Tempo, so dass zum Schluss als Bruttozeit 1:59:55 auf der Anzeigetafel stand – Netto waren es aber doch 1:56:46. Sorry an all jene 2-Stunden-Läufer, denen mein Luftballon auf der ersten Runde entfleucht ist!

Schoko-Banane geht immer

Schoko-Banane-Mini-Muffins zum Kaffee vom Automaten nach dem abendlichen Schwimmtraining: das Rezept wurde zwecks Gewissensberuhigung sportlergerecht adaptiert. 

www.schoko-banane-minis.gif

  1. Trockene Zutaten in einer Schüssel vermengen: 2 EL Vollkornmehl; 2 EL Eiweißpulver (geschmacksneutral); 2 EL gemahlene Mandeln; 1,5 EL Kakaopulver; etwas Backpulver; eine Prise Salz. Die trockenen Zutaten ergeben insgesamt ca. 110 g.
  2. Für die Eimasse in einer zweiten Schüssel gut verquirlen: 1 Ei; 1,5 EL Rohrohrzucker; 4 EL Buttermilch; 50 ml Öl; 1/2 zerdrückte Banane.
  3. Die Eimasse und die Mischung trockener Zutaten verrühren und dann mit einem Kaffeelöffel in die Mini-Muffin-Formen geben (maximal zu drei Viertel füllen).

Ca. 10 min bei 155-175°C (je nach Backofen) backen.

Für die Verzierung Bitterschokolade mit einem Schuss Schlagobers in einer Kaffeetasse in der Mikrowelle schmelzen, die Muffins kopfüber darin eintauchen und noch eine Mandel drauf kleben.

PS: Die andere Hälfte der Banane und den Rest geschmolzener Schokolade als Mini-Schoko-Fondue verdrücken – mmhhh 😋

Und jetzt zurück zur Grundlage…

Der Winter ist zwar angesichts sommerlicher Septembertemperaturen von fast 30°C  noch weit weg, aber irgendwann stehen auch wieder die langen Ausdauereinheiten bei nass-grauem Wetter an. Da lange Läufe für meinen lädierten Fuß noch in weiter Ferne liegen und das Rennrad bei nassem Wetter irgendwann zum Sicherheitsrisiko wird, tauchen gerade endlos lange Ergometereinheiten vor meinem geistigen Auge auf. Ob man wohl Grundlageneinheiten mit dem Klapprad machen kann?

Grundsätzlich kann man, meint der Trainer, solange man wirklich durchfährt und nicht ständig bei roten Ampel im Stadtverkehr halten muss und die Herzfrequenz immer wieder hinunter geht. Die heutige Route muss also noch optimiert werden, denn im Simmering gibt es eine gewisse Ampel, bei der man geschlagene 5:30 Minuten steht.

Erste Bewährungsprobe

Unser Klapprad mit seinen drei Gängen hat sich prächtig geschlagen. Die Grundlagenbereiche REG und GAT1 gehen sich wunderbar aus – und bei der Bergwertung zurück auf den Laaerberg geht es auch noch intensiver. Nach dieser ersten Bewährungsprobe hat sich das Klapprad ein Service verdient, damit wir demnächst die Umgebung unsicher machen können, inklusive der Eurovelo-Radwege, die meinem Rennrad wegen der vielen Schotterpassagen nicht zugemutet werden (können). Das Schreckgespenst von dreistündigen (oder noch längeren) Ergometereinheiten scheint somit gebannt.

Koppeltraining im Stil der Roten Nasen

Die Klappradausfahrt wurde gleich in ein Koppeltraining transformiert: Laufen für den guten Zweck beim Rote-Nasen-Lauf. Jede Teilnahme unterstützt ROTE NASEN dabei, noch mehr kranke Kinder, Senioren und Menschen mit besonderen Bedürfnissen zu besuchen und sie mit der Kraft des Humors zu stärken. Ob die zwei Runden für den lädierten Fuß gepasst haben? Das wird mir der Fuß in den nächsten Tagen zeigen, und der Physiotherapeut wird es wohl auch gleich herausfinden und kommentieren.

Eine halbe Sache

Meine Premiere bei einer Halbdistanz war nicht die Hälfte eines Ironman sondern eine halbe Sache – und trotzdem ein wunderbares Erlebnis.

Die erste Halbdistanz wäre der zweite Saisonhöhepunkt gewesen. An einer gewissenhaften Vorbereitung mit professioneller Trainingsplanung durch die SPORTordination hat es nicht gemangelt – danke Mike! Aber eine Fußverletzung vom Marathon im April war leider doch so hartnäckig, wie befürchtet, und so gab es kein Lauftraining, ergo auch keinen Halbmarathon.

Vorfreude?

topfenschmarrnBis zwei Tage vor dem Start beim Austria Triathlon in Podersdorf hielten sich sowohl die Vorfreude als auch die Aufregung in Grenzen. Grundstimmung: „Schau ma amoi, dann segn ma scho.“ Mit der Rennbesprechung und dem dazugehörigen Topfenschmarrn in Gesellschaft von netten Freunden kam am Vorabend dann doch eine freudige Anspannung.

Wechselzone

Aufstehen um 4:44, Frühstück um 5:00, einchecken in der Wechselzone um 6:00 (mit einem Semmerl vom Frühstück – für alle Fälle).

neoanziehenDas Einrichten des Wechselplatzes ist schon fast Routine, ebenso das Anziehen des Neoprenanzugs und auch die nachfolgenden Wechsel.

Schwimmen

Über den Sommer war fleißig im Freiwasser meistens ohne Neoprenanzug geübt worden, aber schaumgebremst, weil der Ellbogen nach dem Umfaller mit dem Rad im Juli immer noch weh tat. Am Renntag war der Neusiedler See ruhig und glatt, richtig schöne Bedingungen. Der Start hinten außen war problemlos, und wie erwartet schwamm ich dem Feld hinterher, fand einen Rhythmus. Es war beeindruckend, wie sich auf dem Dreieckskurs die Lichtverhältnisse und damit die Sicht auf die nächste Boje veränderten: der bildschirmfoto-2016-09-05-um-23-17-30Hinweg zur ersten Boje gut erkennbar (auch wegen einer Reihe roter Würfel); nach der ersten Wende mäßige Sicht, aber die Boje war bald zu erkennen; richtig schwierig wurde es auf dem Rückweg, weil die Sonne blendete. In der Rennbesprechung war empfohlen worden, sich am weißen Zelt zu orientieren – aber war das Weiße da vorne wirklich das Zelt oder irgendein Gebäude?
Minutenlang fühlte ich mich orientierungslos, bis ich endlich glaubte, die zwei orangen Beachflags und noch viel später endlich den schwarzen Zielbogen zu erkennen. Die mit GPS aufgezeichnete Strecke zeigt, dass das Orientieren sehr gut geklappt hat – das hat Anne uns gut eingeschärft. Tempomäßig wäre mit ein bisschen Mut wohl mehr drinnen gewesen, wer weiß…

Rad

Einen Teil der Strecke kannte ich schon – daher wollte ich gleich am Anfang einmal sehen, was geht. Es ging ganz gut, und es hat richtig Spaß gemacht. Gegen

radeln
Foto: monellis

Ende der letzten Runde wurde es dann zunehmend anstrengender – und Zeit, in die Wechselzone zurückzukommen. Davor gab es noch zwei recht gegensätzliche Herausforderungen: Würde ich es schaffen, mir bei der Labestation etwas zu schnappen, und was?
Ich ergatterte jedes Mal ein Stück Banane, das im
Fahren mit einer Hand geschält und gegessen wurde. Das hatte ich im Training zwar nicht geübt, ging aber ganz gut – ebenso das Trinken während der Fahrt. Und wo würde ich nun, nachdem ich den halben Neusiedler See und meine erste Flasche ausgetrunken hatte, eine Bio-Pause machen können? Ich habe eine Lösung gefunden… 😉

Laufen

Auf den ersten paar hundert Metern war es das übliche tollpatschige Laufgefühl nach dem Radfahren. Bei Kilometer eins hat es schon richtig Spaß gemacht und ich war gerade ernsthaft am überlegen, ob ich nicht doch probieren sollte, einen langsamen Halbmarathon zu laufen – ich fühlte mich stark genug, auch ohne Lauftraining.
Aber dann kam mir die personifizierte (Er-)Mahnung im Laufschritt entgegen, mein Physio. Andi und mein Fuß, der zwar (noch) nicht schmerzte, den ich aber bei jedem Schritt spürte, brachten mich zur Vernunft. Also neuer Plan: bei der Kilometertafel „2“ umdrehen und die Picknickdecke von Susi und klein Anna zu meinem ganz persönlichen Ziel erklären. So wurden es knappe vier Kilometer auf meiner adaptierten Laufstrecke.

DNF

So ein „did not finish“ ist eine halbe Sache. Wenn man am nächsten Tag beim Frühstück im Hotel die anderen stolz mit ihren Finisher-T-Shirts sieht, wird man wehmütig. Es ist schön, Anerkennung für einen Start mit einem geplanten DNF zu bekommen – aber der Stachel bleibt. Da gibt es eigentlich nur einen Ausweg: die Anmeldung für Podersdorf 2017!

Mini-Trainingslager, Teil 2 – Wien

Eine Woche Urlaub mit einem weiteren Trainingsschwerpunkt sollte die Vorbereitung auf den zweiten Saisonhöhepunkt abrunden. Auch wenn dieser Bewerb nicht so ablaufen wird, wie geplant, trainieren schadet nie. Diesmal also von zu Hause aus…

Und wie das zu Hause so ist: auch wenn frau sich sehr bemüht, die Augen vor bereits lange aufgeschobenen Hausarbeiten zu verschließen, irgendwann muss es ja doch sein – zum Beispiel das Gefrierfach abtauen, damit unter anderem Platz für die Schwammerl vom Schwager frei wird 😉. Da stand ich nun mit dem Fön in der Hand, das Eis schmolz nur sehr langsam dahin, und mir war fad. Das eine Nützliche kann man ja mit mit dem anderen (eh stiefmütterlich vernachlässigt) verbinden, nämlich Stabis. Kniebeugen und andere Übungen im Einbeinstand vor dem offenen Gefrierfach schauen zwar komisch aus, wirken aber, wenn ein paar Sätze wiederholt werden.

Zwei Trainingseinheiten wurden unter das Motto „Muster“ gestellt: Wechseltempo am Rad und ein schöner Zick-Zack-Kurs (= Orientierungsübungen beim Freiwasserschwimmen) auf der Neuen Donau.

MusterRadelnSchwimmen

Insgesamt waren es in diesem zweiten Mini-Trainigslager vom Samstag bis Sonntag

  • 467 Kilometer auf dem Rennrad (darunter eine dreitägige Rennradreise, eine Fahrt nach Tulln und eine Einheit die Donauinsel auf und ab),
  • drei Freiwassereinheiten und
  • vier Stunden Ergometer (weil die Mimose den Regen mit dem Rennrad gescheut hat 😱).

Jetzt startet der Arbeitsalltag wieder – und trainingsmäßig ist genießen angesagt. Mal sehen, wie sich die Form dann in den nächsten zwei Wochen entwickelt…

Grenzen erradeln

So schön hatte ich mir das ausgemalt: drei Tage mit dem Rennrad und einem kleinen Rucksack verreisen. Und dann wäre am Tag davor beinahe die große Panik ausgebrochen. Ob das echt so eine gute Idee war? Was könnte nicht alles passieren – von einem Wettersturz angefangen bis hin zu einer Panne mit dem Rad? Würde ich meine geplanten Routen finden? Mein Orientierungssinn ist ja legendär…

1. Tag – Grenze #1: Die ewigen Zweifel, denn eigentlich bin ich ein Angsthase

Der Tag begann trüb, es nieselte noch – also echt keine Eile mit Frühstück, packen und Rad checken (und weiter überlegen, ob ich wirklich losfahren sollte). Da waren immer noch die Zweifel, ob ich meine geplanten Routen finden würde … Grund genug, endlich zu lernen, wie man Routen aus den Weiten des Netzes runter- und auf die eigene Sportuhr raufladen kann. Eh ganz einfach. Spannend nur, ob das Navigieren mit der Uhr dann auch funktionieren würde… Um es vorweg zu nehmen: Meine Polar V800 will mich unbedingt zum definierten Startpunkt der Route schicken, bevor die Navigation sIMG_2156tartet. Bei der ersten Route waren das 250 Meter, aber ich dachte, sobald ich auf der Route wäre, könnte die Uhr das ja erkennen. Nix da, die V800 beharrte stur auf dem one-and-only Startpunkt. Mit der im (eigenen) Hirn abgespeicherten Karte habe ich die erste Hälfte der Route gefunden, dann aber fast 9 Kilometer Umweg auf einer 30-Kilometer-Runde gemacht. Dieser Umweg hat sich aber voll ausgezahlt, denn die Kutsche im Wasser hätte ich sonst wohl nicht gesehen (die korrekte Abzweigung wäre davor gewesen). Ob und wie man den Startpunkt einer Route ändern kann, weiß ich noch immer nicht.

Ergebnisse des ersten Tags: Endlich am Weg, begannen wir zwei (mein Rad und ich) rasch, locker dahin zu rollen, die Zweifel wurden immer weniger, und der erste Blick auf den See nach der Abfahrt vom Leithagebirge bei Winden war einfach genial! Insgesamt waren es am ersten Tag zwei Radetappen – die Anreise von Wien nach Podersdorf (68 km) und dann eine Runde durch den Seewinkel nach Apetlon und über Illmitz zurück (38 km) – sowie eine 40-minütige Schwimmeinheit im Neusiedler See, die beinahe mit einem Krampf geendet hätte.

2. Tag – Grenze #2: Die StaatsgrenzeIMG_2171

Geplant war eine komplette Runde um den Neusiedler See, insgesamt ca. 125 km. Tja, und dann schlug mein Orientierungssinn voll zu: in Illmitz muss ich wohl irgendeinen Wegweiser des B-10 Neusiedler-See-Radwegs übersehen haben, denn plötzlich war ich an der Anlegestelle der Fähre nach Mörbisch und nicht am Grenzübergang zu Ungarn.
Also alles retour, ein paar Mal fragen und weiter bis zur Staatsgrenze. Und dort traf ich dann a) auf zwei (Renn)Radler und b) eine spontane Entscheidung: lieber durch Ungarn ein bisschen Tempo bolzen mit den zwei Männern, als sich noch mehrmals auf dem Weg verfransen. Das war dann teilweise richtig fordernd und ich bin auf den letzten paar Kilometern vor Mörbisch auch ein bisschen eingegangen (sorry, Männer!). Aber es war richtig schön, mit jemand streckenkundigen dahin zu rollen. Nach einer Pause mit Eiskaffee ging es alleine in meinem Wohlfühltempo weiter, was angesichts der Etappenlänge und der einsetzenden Müdigkeit immer noch anstrengend genug war … und wieder wie bei der Anreise der Abschnitt auf feinem Schotter zwischen Weiden und Podersdorf! Der Neusiedler-See-Radweg ist eigentlich als „rennradtauglich“ ausgewiesen. O.k. – man kommt schon durch mit dem Rennrad und andere tun’s auch, angenehm ist aber anders. Nach dieser Runde war ich richtig müde; daher Abendessen im Hotel,  fernsehen und früh schlafen gehen. Ob die Erholung ausreichen würde, um am dritten Tag die 70 km lange Heimreise zu schaffen?

3. Tag – Grenze #3: Die aktuelle Leistungsgrenze (radeln, bis nix mehr geht)

Ausgeschlafen, gut gefrühstückt und mit dem festen Vorsatz, den Schotterweg heute zu vermeiden, ging es auf die burgenländischen Straßen – und erst in Neusiedl zurück auf den Radweg. Überraschenderweise traf ich dort auf Vereinskollegen, und wir radelten ein paar Kilometer gemeinsam, bevor es für mich dann über das Leithagebirge Richtung Wien ging. Das Sitzen tat jetzt schon richtig weh, kurze Pausen wurden häufiger und die letzten 20 Kilometer bis „ham kummst“ waren „a schware Partie“.

Fazit

Grenzen sollte man hin und wieder ausloten oder im wortwörtlichen Sinn erfahren. Das habe ich mit dem Rennrad schon mehrmals gemacht, aber noch nie so ausgiebig und intensiv.

Mit 302 Kilometern in drei Tagen, teilweise in höheren Intensitätsbereichen, habe ich unter anderem meine aktuellen sportlichen Leistungsgrenzen ein bisschen ausgelotet. Passender Kommentar meines Coaches dazu: „Was dich nicht umbringt, macht dich härter – und umgebracht hat es dich ja nicht 😉“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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Ich packe meinen Koffer und …

Stimmt nicht ganz, denn Koffer und Rennrad geht so nicht. Die Frage ist: Kann man (besser gesagt: kann frau) mit dem Rennrad verreisen, ohne einen ganzen Begleittross mit Gepäck und Unterstützung mitzuführen? Ein Wochenendtrip müsste doch machbar sein. Oder was denkt Ihr?

Mitten in meinen Überlegungen, wie so eine kleine dreitägige Rennradreise wohl anzulegen wäre, kam mir ein Artikel von ketterechts unter. Gut, das ist zwar eine ganz andere Liga als die meine, und die geplanten Routen waren auch um Welten anspruchsvoller… aber vielleicht konnte ich davon was lernen und mir Anleihen nehmen. Aber nein, ganz abgesehen von den technischen Vorbereitungen und Großeinkäufen beim Fachhändler, kommt es nicht in Frage, für jeden Tag ein eigenes Outfit einzupacken 😉  Das muss auch anders gehen.

Die Planungsannahmen

Geplant ist eine dreitägige Rennradreise in Ostösterreich mit zwei Übernachtungen in einem Hotel. Neben ausreichend Radkilometern durch ganz viel Kultur- und Naturlandschaft sollen auch zwei Schwimmeinheiten im Freiwasser absolviert werden. Das Wetter ist an den drei Tagen warm und trocken – hoffentlich!

Am Rad

  • RRReise4Trinkflasche
  • Dose mit Windjacke, Riegel und Geltuben (so viel wie noch reingeht)
  • Handyhalterung mit wasserdichter Hülle, Handy, Bargeld, Kredit- und Bankomatkarte, Personalausweis (also die Clutch für die Radlfahrerin von heute)
  • Kleine Luftpumpe, Ersatzschlauch, Werkzeug

Am KörperRRReise3

  • Raddress, Socken
  • Radschuhe
  • Helm, Brille, Radhandschuhe
  • Brustgurt, Sportuhr
  • Kontaktlinsen

Im Rucksack

  • Sportbikini, Badehaube, Schwimmbrille, Boje, kleines Handtuch, Flip-Flops (abgestimmt aufs Kleidchen, siehe unten)RRReise2
  • Sonnenschutzspray LSF30
  • Probepackung Duschgel 2in1, Zahnpasta, Zahnbürste, CC-Creme, Labello, Kamm
  • Kontaktlinsenbehälter, Reinigungsflüssigkeit, Brille
  • Kleines Fläschchen Handwaschmittel
  • Ein (!) Kleidchen, mit dem frau abends auswärts essen gehen kann (das kleine Schwarze für den Rucksack)
  • Unterwäsche
  • Riegel und Geltuben
  • Handyladekabel
  • Fahrradschloss, Warnweste

Plan B

Sollte das Wetter nicht so mitspielen, wie oben beschrieben, müsste Plan B aktiviert werden, der da wäre: An- und Abreise mit dem Auto und mindestens dreimal so viel G’wand mitnehmen 😉

Mini-Trainingslager, Teil 1: Lungau

Der Sommerurlaub wird heuer aufgeteilt und zum Trainieren genutzt. Das war Teil des Plans auf dem Weg zum zweiten Saisonhöhepunkt. Und das wird jetzt mit und trotz Fußverletzung realisiert. Mein Trainingsplan ist schon seit drei Monaten so angepasst, dass Laufen darin nicht mehr vorkommt 😥 – (trotzdem) danke, Mike 😉.

Teil 1 des Mini-Trainingslagers findet auf über 1000 Meter Seehöhe im Salzburger Lungau statt. Rad- und Laufstrecken gibt es im Lungau genug. Das würde für mehr als nur ein paar Tage Training in den Bergen reichen.

Tag 1 — Ankunft

Schwester und Schwager sind mit von der Partie. Also wird vorerst einmal die Feinplanung der Aktivitäten besprochen. Wir machen das ganz gemütlich mit Pizza bei Ernesto. Eierschwammerlpizza, mmhhh!

Tag 2 — Mitterbergrunde

Wie der Name schon andeutet, ist der Mitterberg mitten im Lungau. Mit dem Rad kann der Mitterberg auf einer Strecke von zirka 35 bis 40 Kilometer umrundet werden – je nachdem, ob man mit dem Mountainbike auch Waldstücke durchfährt odeBildschirmfoto 2016-07-20 um 20.21.56r mit dem Rennrad auf Asphalt bleibt. Von Sankt Andrä geht es die Taurach entlang bis Gröbendorf oder Mauterndorf. Von dort führt die Route entweder gleich nach Unternberg oder in einer längeren Schleife nach Sankt Michael und schließlich über den Murradweg nach Tamsweg und zurück nach Sankt Andrä.

Beim Andlwirt können mit Eiskaffee und Bananensplit die Energiespeicher wieder aufgefüllt werden 😋 Danach sind die letzten paar Kilometer taleinwärts und stetig bergauf auch wieder gut bewältigbar.

Nicht im Plan war der allererste Umfaller mit dem Rennrad, typischerweise ein paar hundert Meter vor dem Ziel. Bergauf habe ich mich leider so verschalten, dass die Kette abgesprungen ist. Nachdem ich nicht rechtzeitig aus dem Klickpedal rauskam, fiel ich langsam aber sicher nach links um. Die Kette war rasch wieder eingefädelt, der
Ellbogen tut noch ein bisschen weh und das Knie hat eine Schramme. Somit wKnieKaputtäre das auch erledigt – immerhin sagen mir die Sportkollegen schon seit über einem Jahr, dass jeder einmal mit dem Radl umfällt. Naja, ich hätte darauf noch länger verzichten können, aber wenn schon, dann lieber doch fast im Stehen.

Tag 3 — Tälersternfahrt (toieiwächts)

Am Trainingsplan stand „Kraft am Rad“: Zehnmal je zehn Minuten bergan in GAT3 und dazwischen fünf Minuten zurückrollen. Lange hatte ich überlegt, welchen zehnminütigen Anstieg ich dafür wählen könnten, denn bisher habe ich meine Rad-Intervalltrainings immer am Ergometer – also in der geschützten Werkstätte – gemacht. Der erste Anstieg war viel zu kurz, der zweite mit sieben Minuten immer noch zu kurz, der dritte lang genug aber am Ende zu steil, und der Puls ging durch die Decke. Außerdem fand ich die Aussicht auf Wiederholungen am selben Anstieg nicht so prickelnd. Ganz nach dem Motto, auch das Training mit einer lockereren Einstellung anzugehen, beschloss ich, in mehrere Täler rein und wieder raus zu fahren und dabei die Gänge so zu wählen, dass am Ende die Intensitäten der Trainingseinheit in etwa dem Plan entsprechen sollten. Meine Tälersternfahrt führte mich: Bildschirmfoto 2016-07-20 um 20.24.19

  • ins Lignitztal bis Grabendorf (das war oben erwähnter dritter Bergan-Intervall)
  • über Mariapfarr nach Weißpriach bis zum Ende der asphaltierten Straße
  • über Sankt Andrä und Wölting nach Lessach bis zum Beginn des Winklwegs
  • und schlussendlich nach Göriach

Auf den 62 km habe ich 75% der geplanten GAT3 geschafft und dabei den halben Lungau erkundet. Die Erkenntnis: Wenn mein Trainer „bergan“ in den Plan schreibt, muss eine gebürtige Lungauerin nicht unbedingt einen Berg suchen – es reicht, taleinwärts auf dem großen Kettenblatt zu fahren 😉 … und ich war so froh, dass Mama noch einen Mangoldknödel vom Mittagessen für mich übrig hatte!

Tag 4 — Zederhaus

Nachdem ich vor drei Wochen den Murradweg (Tour de Mur) von Mur über Tamsweg und Ramingstein bis Sankt Ruprecht-Falkendorf schon in zwei Etappen erkundet hatte – sozusagen der Prolog zum aktuellen Mini-TraiZederhausningslager – fehlte jetzt auf jeden Fall noch Zederhaus. Also: Göriach – Tamsweg – St. Michael – Zederhaus und alles wieder retour; das geht relativ flach und macht gesamt etwas mehr als 85 km. Ich gebe zu, das war mehr als auf dem Plan stand, aber einfach schön.

Fazit

Jetzt bin ich müde. Morgen ist Ruhetag, Regeneration, Rückreise. In drei Trainingstagen am Rad sind 192 Kilometer und 1660 Höhenmeter zusammen gekommen – und die Trainingswoche ist noch gar nicht zu Ende.