Meine Premiere bei einer Halbdistanz war nicht die Hälfte eines Ironman sondern eine halbe Sache – und trotzdem ein wunderbares Erlebnis.
Die erste Halbdistanz wäre der zweite Saisonhöhepunkt gewesen. An einer gewissenhaften Vorbereitung mit professioneller Trainingsplanung durch die SPORTordination hat es nicht gemangelt – danke Mike! Aber eine Fußverletzung vom Marathon im April war leider doch so hartnäckig, wie befürchtet, und so gab es kein Lauftraining, ergo auch keinen Halbmarathon.
Vorfreude?
Bis zwei Tage vor dem Start beim Austria Triathlon in Podersdorf hielten sich sowohl die Vorfreude als auch die Aufregung in Grenzen. Grundstimmung: „Schau ma amoi, dann segn ma scho.“ Mit der Rennbesprechung und dem dazugehörigen Topfenschmarrn in Gesellschaft von netten Freunden kam am Vorabend dann doch eine freudige Anspannung.
Wechselzone
Aufstehen um 4:44, Frühstück um 5:00, einchecken in der Wechselzone um 6:00 (mit einem Semmerl vom Frühstück – für alle Fälle).
Das Einrichten des Wechselplatzes ist schon fast Routine, ebenso das Anziehen des Neoprenanzugs und auch die nachfolgenden Wechsel.
Schwimmen
Über den Sommer war fleißig im Freiwasser meistens ohne Neoprenanzug geübt worden, aber schaumgebremst, weil der Ellbogen nach dem Umfaller mit dem Rad im Juli immer noch weh tat. Am Renntag war der Neusiedler See ruhig und glatt, richtig schöne Bedingungen. Der Start hinten außen war problemlos, und wie erwartet schwamm ich dem Feld hinterher, fand einen Rhythmus. Es war beeindruckend, wie sich auf dem Dreieckskurs die Lichtverhältnisse und damit die Sicht auf die nächste Boje veränderten: der
Hinweg zur ersten Boje gut erkennbar (auch wegen einer Reihe roter Würfel); nach der ersten Wende mäßige Sicht, aber die Boje war bald zu erkennen; richtig schwierig wurde es auf dem Rückweg, weil die Sonne blendete. In der Rennbesprechung war empfohlen worden, sich am weißen Zelt zu orientieren – aber war das Weiße da vorne wirklich das Zelt oder irgendein Gebäude?
Minutenlang fühlte ich mich orientierungslos, bis ich endlich glaubte, die zwei orangen Beachflags und noch viel später endlich den schwarzen Zielbogen zu erkennen. Die mit GPS aufgezeichnete Strecke zeigt, dass das Orientieren sehr gut geklappt hat – das hat Anne uns gut eingeschärft. Tempomäßig wäre mit ein bisschen Mut wohl mehr drinnen gewesen, wer weiß…
Rad
Einen Teil der Strecke kannte ich schon – daher wollte ich gleich am Anfang einmal sehen, was geht. Es ging ganz gut, und es hat richtig Spaß gemacht. Gegen

Ende der letzten Runde wurde es dann zunehmend anstrengender – und Zeit, in die Wechselzone zurückzukommen. Davor gab es noch zwei recht gegensätzliche Herausforderungen: Würde ich es schaffen, mir bei der Labestation etwas zu schnappen, und was?
Ich ergatterte jedes Mal ein Stück Banane, das im
Fahren mit einer Hand geschält und gegessen wurde. Das hatte ich im Training zwar nicht geübt, ging aber ganz gut – ebenso das Trinken während der Fahrt. Und wo würde ich nun, nachdem ich den halben Neusiedler See und meine erste Flasche ausgetrunken hatte, eine Bio-Pause machen können? Ich habe eine Lösung gefunden… 😉
Laufen
Auf den ersten paar hundert Metern war es das übliche tollpatschige Laufgefühl nach dem Radfahren. Bei Kilometer eins hat es schon richtig Spaß gemacht und ich war gerade ernsthaft am überlegen, ob ich nicht doch probieren sollte, einen langsamen Halbmarathon zu laufen – ich fühlte mich stark genug, auch ohne Lauftraining.
Aber dann kam mir die personifizierte (Er-)Mahnung im Laufschritt entgegen, mein Physio. Andi und mein Fuß, der zwar (noch) nicht schmerzte, den ich aber bei jedem Schritt spürte, brachten mich zur Vernunft. Also neuer Plan: bei der Kilometertafel „2“ umdrehen und die Picknickdecke von Susi und klein Anna zu meinem ganz persönlichen Ziel erklären. So wurden es knappe vier Kilometer auf meiner adaptierten Laufstrecke.
DNF
So ein „did not finish“ ist eine halbe Sache. Wenn man am nächsten Tag beim Frühstück im Hotel die anderen stolz mit ihren Finisher-T-Shirts sieht, wird man wehmütig. Es ist schön, Anerkennung für einen Start mit einem geplanten DNF zu bekommen – aber der Stachel bleibt. Da gibt es eigentlich nur einen Ausweg: die Anmeldung für Podersdorf 2017!